Bar Bar planen

Bar eröffnen: Ausstattung und Checkliste für den Barbetrieb

Bar eröffnen: Ausstattung von Arbeitsstation, Kühlung, Eis und Spülen bis zu Gläsern und Barwerkzeug – mit Checkliste und Hinweisen zum Eichrecht.

Wein- und Stielgläser verschiedener Glasserien auf einem beleuchteten Regal im CENT Showroom

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bar wird von innen nach außen geplant: zuerst die Arbeitsstation (Eis, Speed Rail, Werkzeug, Spülen), dann Kühlung, Lager und Gläser.
  • Jede Station sollte identisch ausgestattet sein, damit jeder Handgriff an jeder Position gleich sitzt.
  • Gläser nach Getränkekarte auswählen und die Zahl der Glastypen begrenzen; Mengen an Spitzenzeit und Spülrhythmus ausrichten.
  • Schankgefäße mit Füllstrich sind im gewerblichen Ausschank in Deutschland die Regel; ausgenommen sind u. a. Mischgetränke aus mehr als zwei Getränken sowie Kaffee und Tee (§ 5 MessEV).
  • Einheitliche Jigger und Ausgießer sichern konstante Rezepturen und eine belastbare Kalkulation.
Inhaltsverzeichnis

Eine Bar lebt von Tempo, Präzision und Atmosphäre. Hinter der Theke entscheidet sich, ob ein Drink in 60 Sekunden oder in drei Minuten beim Gast steht – und das hat viel mit Ausstattung zu tun. Wer eine Bar eröffnet, sollte deshalb nicht bei den Gläsern im Regal anfangen, sondern beim Arbeitsplatz des Bartenders. Dieser Ratgeber führt Sie durch die Planung und endet mit einer vollständigen Checkliste.

Planung: vom Konzept zur Theke

Vor jeder Anschaffung stehen drei Entscheidungen:

  • Barkonzept: Cocktailbar, Hotelbar, Restaurant-Theke, Weinbar oder Eventbar? Das Konzept bestimmt Karte, Tempo und Werkzeug.
  • Karte: Welche Drinks, welche Techniken (geschüttelt, gerührt, gebaut), welche Glasformen? Die Karte ist die Grundlage für jede Stückliste.
  • Spitzenlast: Wie viele Drinks sollen zur stärksten Stunde zubereitet werden – und von wie vielen Personen gleichzeitig?

Die Bar in drei Zonen

Professionelle Bars werden in Zonen gedacht:

Zone Funktion Typische Ausstattung
Frontbar Gästeseite der Theke, Präsentation Barhocker, Thekenfläche, Karten, Aufsteller
Arbeitsbereich (Underbar) Zubereitung der Drinks Eiswanne, Speed Rail, Werkzeug, Abtropf- und Spülbereich
Backbar Lager und Präsentation hinter der Theke Flaschenregale, Kühlung, Gläserregale, Kasse

Die Arbeitsstation

Das Herzstück ist die Arbeitsstation. Alles, was für die meisten Drinks gebraucht wird, liegt in einer Armlänge:

  • Eis: Eiswanne oder -behälter mit Schaufel (niemals mit einem Glas schöpfen – Bruchgefahr im Eis).
  • Speed Rail: die meistgenutzten Spirituosen griffbereit.
  • Werkzeug: Shaker, Jigger, Barlöffel, Strainer, Stößel.
  • Garnitur: Zitrusfrüchte, Kräuter und Garnituren gekühlt und abgedeckt.
  • Spülen und Abtropfen: Spüle oder Spülbecken für Werkzeug, Abtropfmatten.

Arbeiten mehrere Bartender parallel, bekommt jeder eine identisch ausgestattete Station. So sitzt jeder Handgriff an jeder Position gleich, und niemand muss nach einem Jigger suchen.

Kühlung, Eis und Spülen

Kühlung: Getränkekühlschränke für Softdrinks, Bier, Weiß- und Schaumwein, dazu Kühlung für Garnituren und Säfte. Planen Sie Kühlfläche nach Sortiment und Nachfüllrhythmus.

Eis: Eis ist an einer Cocktailbar Verbrauchsmaterial in großer Menge. Ein ausreichend dimensionierter Eisbereiter oder eine verlässliche Eislieferung gehört zu den wichtigsten Investitionen. Eis gilt als Lebensmittel: Behälter und Schaufeln regelmäßig reinigen, Eis nie mit bloßen Händen oder Gläsern entnehmen.

Spülen: Gläser werden an der Bar meist direkt gespült – mit Gläserspülmaschine oder Spülbecken und Gläserbürsten. Passende Spülkörbe und genug Abstellfläche zum Trocknen verhindern Bruch und Engpässe.

Gläser: nach Karte planen, Typen begrenzen

Jeder Glastyp braucht Regalplatz, Spülkörbe und einen eigenen Bruchpuffer. Starten Sie deshalb mit einem kompakten Sortiment, das Ihre Karte abdeckt:

Glastyp Typische Drinks Hinweis
Longdrink- / Highballglas Gin Tonic, Longdrinks, Softdrinks Hauptglas vieler Bars; Füllstrich bei Longdrinks aus zwei Komponenten beachten
Tumbler (Old Fashioned) Drinks auf Eis, Spirituosen pur robust, vielseitig
Coupe oder Martiniglas Cocktails ohne Eis („straight up“) Stiel schützt vor Handwärme
Weinglas offene Weine, Spritz ggf. Universalglas; offener Wein nur mit Füllstrich
Sektglas Sekt, Champagner, Aperitifs Füllstrich bei Ausschank nach Volumen
Bierglas Fassbier, Flaschenbier Füllstrich beachten
Spirituosen-/Shotglas Schnaps, Digestif Füllstrich beachten

Wie viele Gläser Sie brauchen, hängt wie beim Geschirr von Spitzenlast und Spülrhythmus ab: Gläser, die an der Bar in wenigen Minuten gespült werden, laufen schneller um als Gläser, die in eine zentrale Spülküche gehen. Planen Sie für die meistgenutzten Glastypen (Longdrink, Tumbler) den größten Bestand und einen Bruchpuffer. Die passenden Sortimente finden Sie im CENT Shop unter Bargläser.

Barwerkzeug im Überblick

  • Shaker: zweiteiliger Tin-Shaker oder dreiteiliger Cobbler – je nach Arbeitsweise.
  • Jigger / Messbecher: für exakte Mengen und konstante Rezepturen.
  • Strainer: Hawthorne-Strainer für Shaker, Julep-Strainer für Rührgläser, Feinsieb für klare Drinks.
  • Rührglas und Barlöffel: für gerührte Drinks.
  • Stößel (Muddler): für Minze, Limetten und Früchte.
  • Ausgießer und Dosierer: für kontrolliertes Einschenken aus der Flasche.
  • Zitruspresse, Barmesser, Schneidebrett: für frische Zutaten.
  • Flaschenöffner, Korkenzieher, Flaschenkühler: für Bier, Wein und Sekt.

Werkzeug für die Zubereitung führt der CENT Shop unter Barwerkzeug für die Zubereitung, Ausgießer und Öffner unter Ausgießer, Dosierer und Öffner.

Die vollständige Checkliste

Checkliste

Bar-Ausstattung: alle Positionen

Streichen Sie, was Ihr Konzept nicht braucht. Mengen für Gläser nach Spitzenlast und Spülrhythmus planen.

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Arbeitsstation (je Station)

Ausschank & Flaschen

Kühlung & Eis

Gläser

Spülen & Hygiene

Garnitur & Verbrauch

Frontbar & Organisation

Häufige Fehler bei der Barausstattung

  • Zu viele Glastypen. Jeder zusätzliche Typ braucht Platz, Spülkörbe und Reserve. Viele Drinks funktionieren im selben Glas.
  • Nur eine vollständige Station. Zur Spitzenzeit teilen sich zwei Bartender das Werkzeug – und verlieren Zeit.
  • Eis unterschätzt. Ohne ausreichende Eisversorgung steht die Bar still, egal wie gut die Ausstattung ist.
  • Keine Abstellfläche nach dem Spülen. Nasse Gläser stapeln sich und gehen zu Bruch.
  • Unterschiedliche Jigger. Ungleiche Messwerkzeuge führen zu schwankenden Rezepturen und unklarer Kalkulation.

Fazit

Eine Bar, die schnell und konstant arbeitet, ist das Ergebnis einer Planung von innen nach außen: identische Arbeitsstationen, verlässliche Eisversorgung, eine Gläserspülung mit genug Kapazität und ein kompaktes Glassortiment, das zur Karte passt. Wer außerdem Messwerkzeuge vereinheitlicht und die Anforderungen des Eichrechts an Schankgefäße beachtet, legt die Grundlage für einen reibungslosen Barbetrieb.

Häufige Fragen

Was braucht man, um eine Bar zu eröffnen?
Neben Konzept, Genehmigungen und Personal brauchen Sie eine Bartheke mit Arbeitsstationen, Kühlung und Eisversorgung, eine Gläserspülung, Barwerkzeug, Gläser passend zur Karte, Lagerfläche sowie Kassensystem und Hygieneausstattung. Die Checkliste in diesem Ratgeber führt alle Positionen auf.
Welche Gläser braucht eine Bar mindestens?
Das hängt von der Karte ab. Häufig reichen für den Start ein Longdrinkglas, ein Tumbler für Drinks auf Eis, eine Coupe oder ein Martiniglas für Cocktails ohne Eis, ein Weinglas, ein Sektglas, Biergläser und Gläser für Spirituosen pur. Weniger Glastypen erleichtern Spülen, Lagerung und Nachkauf.
Brauchen Gläser an der Bar einen Füllstrich?
Grundsätzlich ja: Schankgefäße für den gewerblichen Ausschank müssen die Anforderungen des Mess- und Eichrechts erfüllen, u. a. Füllstrich und Volumenangabe. Ausgenommen sind nach § 5 Abs. 1 Nr. 3 MessEV unter anderem Mischgetränke, die unmittelbar vor dem Ausschank aus mehr als zwei Getränken gemischt werden, sowie Kaffee-, Tee-, Kakao- und Schokoladengetränke. Ein Longdrink aus zwei Komponenten fällt dagegen unter das Eichrecht.
Wie viele Arbeitsstationen braucht eine Bar?
Das hängt von Theke, Gästezahl und Karte ab. Planen Sie so, dass jede Person hinter der Bar eine vollständig ausgestattete eigene Station hat. Wer zu Spitzenzeiten mit zwei Bartendern arbeitet, braucht zwei Stationen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Information über die Verwendung von Ausschankmaßen und Schankgefäßen (Stand 11/2024) (externer Link, öffnet in neuem Tab) – Landesamt für Mess- und Eichwesen Rheinland-Pfalz (LME RLP)
  2. Mess- und Eichverordnung (MessEV), insbesondere § 5 und § 27 (externer Link, öffnet in neuem Tab) – Bundesministerium der Justiz – gesetze-im-internet.de
  3. Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene (externer Link, öffnet in neuem Tab) – EUR-Lex